Portrait von Felix Plötz

Das 4-Stunden-Startup

Felix Plötz darüber, warum es „4-Stunden-Startup“ der Nachfolger der „4-Stunden-Woche“ ist. Letzteres avancierte zum Bestseller. Als Vollprofi in Sachen Marketing hat er unseren Blog gefunden und wir fanden das gut und haben jetzt das Interview dazu, wie man in 4 Stunden ein Start-up macht. So nebenbei…

1. „Palmen in Castrop-Rauxel“hat ein bisschen Kultstatus unter den „Gründerratgebern“ Was erwartet uns im 4-Stunden-Startup?

Ja, das stimmt, und darüber freue ich mich sehr. Dass „Palmen in Castrop-Rauxel“ solche Resonanz erzeugen würde, hätten wir uns am Anfang wirklich nicht träumen lassen. Und dass dieses Herzblut-Crowdfunding-Selfpublishing-Projekt irgendwann dazu führen könnte, dass ich nun den „inoffiziellen“ Nachfolger der berühmten „4-Stunden-Woche“ schreiben würde, hätte ich mir ehrlich gesagt noch viel weniger erträumt.

2. Wie kam es dann konkret dazu?

Nun, die Idee zu „Das 4-Stunden-Startup“ hatte ich schon jahrelang im Kopf. Allerdings hatte ich einen ganz anderen Titel dafür im Sinn. Es sollte eigentlich „Her mit dem schönen Leben“ heißen. Im Buch geht es darum, wie ich mein eigenes Ding machen kann – ohne dafür zu kündigen! Ich meine, wer hat nicht schon mal diesen Gedanken „eigentlich möchte ich mal“ … gedacht? Wie viele Gespräche in den Kaffeeküchen größerer und kleinerer Unternehmen fangen so an? Und am Ende scheitern die tollsten Ideen an der Aussicht, dass man für die Umsetzung kündigen muss. Ich sage: Man muss sein normales Leben nicht über den Haufen werfen, um etwas Cooles zu starten. Ich selbst habe es mehr als einmal so gemacht!

Als der Verlag mein Buch-Konzept vorliegen hatte, war denen klar, dass es „Das 4-Stunden-Startup“ heißen muss und es 7 Jahre nach Veröffentlichung der „4-Stunden-Woche“ Zeit für einen „inoffiziellen“ Nachfolger ist. Es ist übrigens der gleiche Verlag, der damals auch Timothy Ferriss in Deutschland, Österreich und der Schweiz verlegt hat.

3. Woher kommt eigentlich diese enorme Motivation, sich mit der Gründung von Unternehmen zu beschäftigen und gleichzeitig Ratgeber zu schreiben?

Der Stein des Anstoßes kam irgendwann im Jahr 2012. Ich selbst war gerade dabei, mein Unternehmen als „4-Stunden-Startup“ aufzuziehen, als ich das erste Mal über die sogenannte „Generation Y“ las, zu der ich ebenfalls gehöre. Plötzlich konnte ich nachlesen, dass man uns bei allem ans Händchen nehmen müsste, da wir alleine nichts gebacken bekämen. Nachdem die erste Empörung über diese Unverschämtheit langsam verschwunden war, wurde mir klar: Wir kriegen ganz viel gebacken. Aber was uns fehlt, sind authentische Vorbilder, die zeigen wie es geht.  Es sind doch häufig ganz normale Typen, die die coolsten Ideen haben. Ich war auch satt von diesen Gründerstories, in denen Ex-McKinsey-Berater irgendein Ding züchten, um es ein paar Monate später für ein paar Millionen zu verticken. Es ist ja toll, wenn das klappt, aber es ist nicht alles. Und so gründet man auch nicht als „normaler“ Mensch.

4. Du machst auch Vorträge. Wer sollte dich deiner Meinung nach wann? und warum buchen?

Ich spreche üblicherweise bei großen Mittelständlern und in Konzernen, um einen frischen Impuls von außen zu geben. Es geht darum, den Startup-Spirit in der eigenen Organisation zu wecken, mehr auszuprobieren, mehr Innovation zu wagen. Außerdem spreche ich auf großen Wirtschaftskonferenzen, wie z.B. im April bei 2komma7 in Wien.

Das Cover des neuen Buches "Das 4 Stunden StartUp"

5.  Du sprichst in deinen Vorträgen auch über die bereits genannte Generation Y. Gibt es die Generation Y wirklich oder ist das eine Erfindung von Soziologen?

Ich halte es für Schwachsinn zu sagen: „alle zwischen 1980 und 2000 Geborenen sind so und so“. Nur weil man rein rechnerisch dazu gehört, heißt das ja nicht, dass wir aus einer Schablone entstanden wären. Allerdings: Ein bisschen anders sind wir schon. Viele ziehen beispielsweise eine interessante Stelle mit einer steilen Lernkurve einer langweiligen, aber gut dotierten Stelle vor. Es ist auch kein Wunder, dass viele Konzerne in die Röhre schauen, wenn sich High Potentials lieber bei Startups bewerben. Ein Teil im Buch beschäftigt sich mit genau dieser Frage: Wie kann ich meinen Angestellten mehr Startup-Spirit und Freiraum bieten – wodurch beide Seiten profitieren.

6. 4-Stunden-Startup ist für potenzielle Gründer geschrieben: Wie merkt man, dass man ein Gründergen in sich trägt und sich endlich selbstständig machen sollte?

Im Buch zeige ich, wie man durch den „Startup-Thinking“-Ansatz systematisch auf gute Geschäftsideen kommt. Ich denke, wenn man diese Herangehensweise berücksichtigt, sich dabei keine unvernünftigen Risiken aufbürdet und für ein Startup den Platz in seinem Leben hat – der soll es ausprobieren! Wie viele hielten sich für große Unternehmer und sind gescheitert. Und noch spannender: Wie viele hätten sich niemals getraut und hatten doch die besten Ideen! Probiert euch aus. Was gibt es –wenn man es richtig angeht- denn zu verlieren? Ich denke, nicht viel.

7.  Du hast deinen ersten Topseller mit Crowdfunding finanziert.  Wie beurteilst du die  Vor- und Nachteile dieser Art der Finanzierung. Würdest du es wieder so machen?

Auch auf diese Frage gehe ich im Buch detailliert ein. Crowdfunding kann ein hervorragender „Proof-of-concept“ sein. Allerdings darf man nicht unterschätzen, welcher Aufwand damit verbunden ist. Um die € 10.000,- für „Palmen in Castrop-Rauxel“ zusammenzubekommen, mussten wir ganz schön trommeln. Aber es hat sich gelohnt: Wir hatten die Produktionskosten schon vor dem Verkaufsstart drin und ein gutes Gefühl dafür, ob unser „Produkt“ einen Nerv trifft.

8. Letzte Frage: Du versprichst im  Buch 4-Stunden-Startup praktische Fragen zu beantworten. Z.B. Muss man den Chef von den Nebentätigkeiten informieren… Und muss man?

Haha. Gute Frage, die für Deutschland, Österreich und die Schweiz unterschiedliche Antworten mit sich bringt. Deswegen gibt es auch für alle 3 Länder einen eigenen Teil in diesem Kapitel. Aber um es kurz zu machen: Grundsätzlich darf jeder neben dem Job sein eigenes Ding machen. Das ist leider nur noch nicht in den Köpfen der Leute angekommen. Höchste Zeit, das zu ändern, oder?

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Patrizia

Gründer und CEO bei webdots GmbH
Patrizia Faschang ist Gründerin und leidenschaftliches Online Marketier bei webdots.at. webdots hat ihren Sitz in Altheim (zwischen Oberösterreich und Salzburg) und ist ein fairer Partner für alle Themen im Bereich Website- & OnlineShop Entwicklung, SEO (Suchmaschinenoptimierung), SEM / AdWords und Online Marketing. Hauptzielgruppe sind Gründer, EPU, KMU und Vereine.

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