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Das erste eigene Büro für Startups: Worauf Gründer unbedingt achten sollten

Das erste eigene Büro für Startups: Worauf Gründer unbedingt achten sollten
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Das erste eigene Büro für Startups. Du startest gerade mit deinem eigenen Unternehmen durch? Genial – jetzt fehlt nur noch der richtige Platz, um erfolgreich loszulegen. Eine Startup-Karriere hält zweifellos einige Hürden bereit – dazu gehört unter anderem auch die Wahl des ersten eigenen Büros. Wie du die Suche nach deinem optimalen Arbeitsplatz am effizientesten angehst, verrät dir dieser Artikel.startup-593335_1280

Eigenschaften eines guten Büros

Leg dir zuallererst unbedingt eine Checkliste mit all deinen Anforderungen und Vorstellungen an. Ordne sie nach Prioritäten und markiere deine „verhandelbaren Variablen“, damit du flexibler bleibst. Hast du alle relevanten Aspekte herausgefunden, kannst du viel strukturierter nach deinem passenden Immobilienobjekt suchen. Folgende Elemente solltest du bei deiner Planung beachten:

1. Die Größe

Wie viel Platz du tatsächlich benötigst, ist abhängig von der Anzahl deiner Mitarbeiter und wie schnell du planst zu wachsen. Je nach der Menge deiner Arbeitskräfte, solltest du weder zu großzügig damit umgehen, noch allzu viel damit sparen. Natürlich braucht man eine gewisse körperliche und mentale Freiheit, ein überdimensionales Großraumbüro für einen kleinen Kreis ist allerdings nicht nötig.

Grundregel für einen Bildschirmarbeitsplatz pro Person:
Zellenbüros: 8 bis 10 m2 / Großraumbüros (ab 400m2): 12 bis 15m2

Multipliziere die zutreffende Zahl einfach mit der Anzahl deiner Mitarbeiter, und schon hast du deine benötigte Fläche berechnet. Denke auch an Faktoren wie:

  • Frischluftzufuhr: sitzende Tätigkeit sollte durch genügend Sauerstoff unterstützt werden. Dein Büro braucht eine angemessene Grundfläche und Raumhöhe bzw. achte darauf, dass es ausreichend Lüftungsmöglichkeiten gibt.
  • Kunden: die darf man natürlich auch nicht vernachlässigen. Ein zusätzliches Besprechungszimmer ist Pflicht, wenn du regelmäßig Parteienverkehr hast.

Hast du prinzipiell aber von vornherein wenig Raum zur Verfügung, hilft oft schon ein bisschen Management bei der Einrichtung.

2. Die Lage

Auch wenn dich ein Büro optisch und praktisch sehr anspricht, darf der Aspekt der Lage nicht vernachlässigt werden. Den Arbeitsort im Zentrum anzusiedeln, klingt zwar sehr attraktiv, gestaltet sich aber auch dementsprechend teuer.

Umgekehrt hat die billigere Variante oft schlechte Verkehrsverbindungen zur Folge, die mitunter den Kundenverkehr oder dein Arbeitsmanagement allgemein negativ beeinträchtigen können. Achte daher unbedingt auf eine gute Infrastruktur.

Extratipp: Informiere dich vorab über Störfaktoren und Lärmquellen wie Fabriken, Baustellen oder auch Kindergärten und Schulen.

Achte auch darauf, dass der Charakter deines Startups nicht zu sehr seiner Umgebung widerspricht. Setzt du zum Beispiel auf Innovation und Kreativität, erntest du auf konservativem, etablierten Terrain unter Umständen eher ungünstige Blicke.

3. Der Preis

Natürlich kann sich nicht jeder von Anfang an ein eigenes Büro leisten, vor allem nicht ein großes. Daher greifen junge UnternehmerInnen oft in die Trickkiste und mieten Flächen an, die inzwischen untervermietet werden, bis sie wirklich gebraucht werden. Wenn dein Team wächst, kannst du immer noch expandieren.

Tipp: Hör dich doch mal bei Gründerzentren um – dort findet man oft gute und preisgünstige Alternativen.

Möchtest du weiterhin auf Sparschiene setzen, können Tauschbörsen Abhilfe bei der Einrichtung schaffen. Auch Second-Hand-Waren können ihren Zweck optimal erfüllen.

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Welches Bürokonzept passt zu dir?

Es gibt verschiedene Typen von Büros und nicht jedes Konzept passt für jeden. Unter anderem gibt es diese Möglichkeiten:

Einzelbüros

Hier hat nur jeweils eine Person Platz, was für kleine und mittlere Unternehmen durchaus attraktiv sein kann. Man ist ungestört und kann auch vertraute Gespräche führen. Nachteilig ist das allerdings für die Kommunikation, sowie für die Kooperation zwischen verschiedenen Bereichen. Ein Gefühl der Isoliertheit kann aufkommen.

Mehrpersonenbüros

Diese Variante beschreibt einen Büroraum mit zwei bis vier Arbeitsplätzen. Ist dein Unternehmen in kleinere Abteilungen unterteilt, macht ein Mehrpersonenbüro Sinn. Der Austausch der oft ähnlichen Aufgaben kann schneller und effektiver erfolgen. Leider ergibt sich auch schnell ein höherer Lärmpegel, der die Konzentration stören kann. Auf diesem engen Raum sind auch Konflikte wahrscheinlicher.

Kombibüros

Hier findet ein interessanter Mix der ersten beiden Typen statt. Einzelbüros in Kombination mit verschiedenen Gemeinschaftszonen werden Kombibüros genannt. Typisch dafür sind auch transparente Trennwände, die sowohl Störungsfreiheit als auch Austausch ermöglichen können. Allerdings brauchst du dafür sehr viel Platz.
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Großraumbüros

Als Großraumbüro wird eine Bürofläche über 400m2 bezeichnet. Auch hier gilt das Trennwand-Prinzip, nur kann es verschieden umgesetzt werden. Zum Beispiel durch Schränke, Raum-in-Raum-Systeme oder Stellwende. Gut sind hier die hohe Effizienz der Flächennutzung, die kurzen Kommunikationswege sowie die hohe Flexibilität in Sachen Umgestaltung. Eher negativ fällt hier der Geräuschpegel aus und auch der Klimatisierungs- und Lüftungsaufwand steigt.

Co-Working

Wie der Begriff schon andeutet, geht es hier darum „zusammen“ zu arbeiten – etwa im Sinne einer Büro-WG. Vor allem bei Startups ist diese Alternative sehr beliebt. Gründe dafür sind die geringen Kosten und das kreative Potenzial. Als nachteilig wird auch hier der Lärmpegel wahrgenommen, außerdem gibt es noch nicht überall so viele Angebote dieser Art. Weitere Vor- und Nachteile findest du hier.

Home-Office

Auch dieser Bürotyp ist unter Startups weit verbreitet. Das eigene Zuhause in ein Büro umzufunktionieren, kann im richtigen Maße die kostengünstigste Methode darstellen. Sinn macht es allerdings nur, wenn du auch wirklich ungestört und konzentriert arbeiten kannst. Kundentreffen müssen in Cafès oder Restaurants verlegt werden, weshalb auch hier eine gute Verkehrsverbindung wichtig ist. Ein weiterer Vorteil: die Kosten für das Home-Office können steuerlich abgeschrieben werden!  Zwischen Home-Office und Co-Working hat sich auch Michalea hin und her entschieden – wie es ausging kannst du im Gründerblog nachlesen

Mieten vs. Kaufen

Wenn du bereits finanzkräftiger bist und tatsächlich in der Lage wärst ein Büro zu kaufen, findest du hier noch eine kurze Auflistung der jeweiligen Vor- und Nachteile:

Kaufen

–  Hohe Liquidität nötig
–  Langfristige Verbindlichkeit
–  Geringe Flexibilität
+ Vermögensimmobilie
+ Planungssicherheit
+ flexible Bürogestaltung

Mieten

–  Langfristig gesehen teurer
–  Mietzahlungen gehen an den Vermieter
+ Flexibilität bei Veränderungen
+ Am Anfang kostengünstiger
+ Steuerliche Vorteile

Beim ersten eigenen Büro gibt es eine Menge Faktoren zu beachten. Am besten setzt du eine Prioritätsliste auf und machst dir vorab Notizen, welche Faktoren dir am wichtigsten sind. Entscheide dich für deine passenden Komponenten in Sachen Größe, Lage, Preis und Bürokonzept und wähle zwischen Miete oder Kauf. Dann bleibt nur noch, dir viel Erfolg zu wünschen – bleib am Ball!

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Ein Gedanke zu „Das erste eigene Büro für Startups: Worauf Gründer unbedingt achten sollten“

  1. Hallo,
    schön, dass ihr das so übersichtlich aufführt.
    Ich will mit meinem kleinen Bonbongeschäft nach Wien umsiedeln. Ich habe mir schon einige Gewerbeimmobilien angesehen. Die weiteren Möglichkeiten sind aber durchaus auch beachtlich, gerade am Anfang.

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